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Özdere – 11.09.15

Am 11. September reiste unsere 1. Vorsitzende Ulrike Arnold wieder für 10 Tage nach Özdere. Hier ihr Bericht:


 Vergangen wie im Flug und trotzdem unauslöschlich in meiner Erinnerung. Am Freitagabend wurde sich erst einmal ausgiebig unterhalten was alle anstehen sollte in der Zeit in der ich da bin. Das hätten wir gleich sein lassen können, denn planen kann man wirklich nicht.

 

Am Samstag waren wir im Tierheim. Leider werden immer noch Welpen gebracht und die müssen, damit sie überleben, alle geimpft werden. Das wollten wir am Montag machen. In einem dunklen Verlies lag die dicke Berta (ihre Geschichte könnt ihr hier auf der Seite nachlesen). In einem Zwinger zusammen zwei verletzte Hunde. Ein riesiger Kangalrüde und ein wunderschöner Jagdhund. Der Jagdhund hat vor Schmerzen gewinselt. Der Kangal lag ruhig eingeklemmt zwischen einer Palette und der Wand.

CARPIK der sanfte Kangal

CARPIK der sanfte Kangal

DIe dicke BERTA

DIe dicke BERTA

 

 

Im Vorraum ein aufgeregter Terriermix der einen fast umriss vor lauter Freude und der dauernd spielen wollte. Der „Altbestand“ wie immer ruhig und zufrieden im Gehege. Die Welpen wuselten um die Füße und lechzten nach Aufmerksamkeit. Angesichts dessen was wir sahen, musste erstmal Dr. Hüseyin kommen. Die dicke Berta untersuchen und die beiden verletzten Hunde erstversorgen.
Alle drei Hunde mussten nach Urla. Das hatten wir uns für Montag vorgenommen. Am Montag früh Anruf von Sema. Ein Welpe wurde angefahren. Dr. Efrim hat ihn erstversorgt aber mehr konnte leider nicht gemacht werden. Also auch der Welpe mit ins Auto. Das hört sich alles einfacher an als es getan ist. Die dicke Berta fiel schon nach wenigen Schritten in Ohnmacht und musste dann getragen werden (fast 17 Kilo, schwer wie ein nasser Sack). Der riesige Kangal konnte zwar laufen aber beim Laufen tropfte ihm Blut aus Maul und Nase. Özden hob den Kerl, der gut und gerne seine 50 kg hat und nicht springen kann, weil beide Hüften und die Knie kaputt sind, ins Auto. Der Jagdhund konnte zwar laufen aber man merkte ihm an, dass er Schmerzen hat. Der kleine Welpe musste auf meinen Schoss und ich wusste nicht, wie ich ihn halten soll. Auch seine beiden Hüften sind kaputt. Unterwegs mussten wir zwei Mal anhalten. Der Welpe hatte gekotzt. Ein Hund hatte geschissen. Wenn es in die Kurve ging, kamen sie sich in die Quere und man konnte mit der Zeit heraushören von welchem Hund der Schmerzenslaut kommt.

In Urla war noch Hope. Für sie hatten wir über Tierhilfe Türkei e.V. gesammelt. Als ich in ihren Käfig schauete, waren zwei Beine schwarz wie Leder. Ich dachte das wäre ein Verband. Dr. Erhan sagte uns, dass es für Hope keine Hoffnung gibt, da mittlerweile auch das 3., hintere Bein nicht mehr durchblutet wurde. Wir beschlossen, Hope zu erlösen.

HOPE

HOPE

Bis uns das Klinikpersonal gerufen hatte, war der Jagdhund schon versorgt. Er hat einen Beinbruch bzw. wahrscheinlich wird das Bein amputiert. Auf der anderen Seite hatte er eine große Fleischwunde. Ich dachte, er hätte mit einem Wildschwein gekämpft. Die Wunde muss so heilen, denn sie ist zwar sehr groß aber auch schon älter. Leider haben wir von dem schönen Hund keine Fotos. Berta kam als nächstes dran und dann der sanfte Kangalrüde. Er hatte wohl seit seiner Geburt einen Hüftschaden aber durch den Kniebruch war er jetzt echt gehandicapt. Özden hätte ihn nach erfolgreicher OP mit nach Payamlı genommen. Aber der Test auf Mittelmeerkrankheit verlief positiv. Das Blut aus Nase und Mund kam daher. Auch ihn mussten wir über die Regenbogenbrücke schicken. Der kleine Welpe hat – wie Efrim diagnostiziert hat – beide Hüftgelenke gebrochen. Er wird noch einige Zeit in Urla bleiben müssen.
Auf dem Heimweg hatten wir Berta und Ali im Auto. Ali wurde in Menderes gefunden und verletzt ins Tierheim gebracht. Özden hat ihn in Urla behandeln lassen. Es scheint alles gut zu sein. Er kam wieder ins Tierheim.
Am Dienstag war dann Welpen-Impfen angesagt. Hört sich auch leichter an als es ist. Die Kleinen wuselten rum und ließen sich nicht so einfach fangen. Je nach Charakter nahmen sie die Prozedur hin oder beschwerten sich lautstark bzw. jammerten wie wenn man sie abgestochen hätte. Mehrere pieselten einen vor Angst voll. Da kommt bei mir immer große Freude auf.
Am Mittwoch kam das Katzenhaus dran. Wir haben Fliesen gekauft damit man nicht mehr im Matsch/Staub stehen muss. Hört sich auch einfacher an als gemacht. In der Hitze die Fliesen zum Katzenhaus tragen da das Gelände so unwegsam ist. Jeweils 3 habe ich tragen können. Ich war danach fix und alle. Ca. 20 Katzen wuseln im Gelände herum. Die Hunde werden verrückt, die Katzen sind verrückt weil sie endlich Freiheit haben. Das Einsammeln dauert dementsprechend seine Zeit. Außerdem hauen sie immer ab, weil das Katzenhaus noch nicht gesichert ist. Die Mutterkatze kämpft mit der kleinen Luna. Für mich sah das aus wie ein Kampf auf Leben und Tod. Die Katze griff immer wieder Luna an, die sich dann mit ihren kleinen Zähnchen verteidigen wollte. Beide kullerten über den Boden und Gott sei Dank in den Bach. Als beide nass waren, war Ruhe. Luna knurrte von da an alle Katzen an.
Käthes Geschichte könnt ihr auch hier nachlesen. Sie ist auf dem Weg der Besserung und frisst wieder wie ein Scheunendrescher.
Ipek und die blinde Zeynef haben sich gebissen. Das ist bereits mehrmals passiert. Und Ipek, die um einiges kleiner als Zeynef ist, die auch noch Hilfe von ihrem Gefährten Hüsso bekam, lag am Montag völlig fertig und mit einigen Wunden da. Bei der Beisserei, bei der ich dabei war, konnte ich die beiden trennen indem ich ihnen 2 Wassereimer über den Kopf geschüttet und sie danach mit dem Wasserschlauch in Schach gehalten habe.
In der Zeit in der ich da war, haben wir dann Angel gefunden. Der Mann wollte sie erst nach Seferhisar ins Tierheim bringen lassen. Wir konnten ihn überreden, dass er Angel behält. Wir haben versprochen Impfung, Kastration und Futter zu zahlen. Angel darf aber jetzt nach Payamlı. Wir hoffen, dass die junge Hündin eine Familie findet.
Natürlich habe ich mich auch mit Saadet, Heide und auch Ayse getroffen. Die versorgen ja auch Straßentiere und da hört man schon mal gerne wie es geht und klappt.
Am Montag hatte ich dann Angst, dass ich meinen Flieger verpasse, da ein Hund angefahren wurde und erstmal geschaut werden musste, was er hat. Er war ziemlich verletzt und musste dann nach Urla. Wieder zu Hause habe ich erstmal 3 Tage gebraucht um wieder ausgeruht zu sein. Keine Nacht kann man da durchschlafen weil die Hunde bellen wie verrückt. Özden läuft dann mitten in der Nacht mit der Taschenlampe rum und sucht die Ausreißer oder schaut nach was los ist. Sie hört schon am Gebell ob Gefahr in Verzug ist. Ich hoffe, dass das Katzenhaus jetzt ausbruchsicher ist und die Katzen die Hunde nicht mehr ganz so narrisch machen.
Im November sind wir wieder da.