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Özdere – 10.05.15

Im Mai 2015 war unsere 1. Vorsitzende Ulrike Arnold erneut in Özdere. Lesen Sie, was sie zu berichten hat:


Vom 10.05. bis 23.05.2015 bin ich wieder in Özdere gewesen. Obwohl Özden und ich davon vom 15.05.-18.05.2015 in Kappadokien waren um uns eine „Auszeit“ zu nehmen, waren die restlichen Tage in Özdere wieder total stressig, traurig aber auch schön.

Natürlich hatte ich wieder Sachspenden im Gepäck. Dr. Hüseyin und Dr. Efrim haben sich über die Spritzen sehr gefreut und auch die Desinfektionsmittel und das Futter kamen gut an. Da ich ja eher die Katzenliebhaberin bin, habe ich für meine Schätzchen ziemlich viel Leckerlies mitgenommen. Die Katzen hatten ziemlich schnell raus, dass diese Leberwurst aus der Tube hervorragend schmeckt und dachten, immer wenn sie mich gesehen haben, jetzt gibt es wieder eine Tube. Das hatte zur Folge, dass die mir regelrecht am Bein hochgekrochen sind und fast 20 Katzen mich permanent belagert haben. Da sie dıe Tubenwurst nun gar nicht gewöhnt waren und  Durchfall davon  bekamen, war die Freude bei mir und Özden nicht so groß.

 

Am Abend meiner Anreise wurde es sehr spät. Denn bis in die Nacht hinein wurde gequatscht. An Schlaf ist in Payamlı allerdings nicht zu denken, denn fast 70 Hunde und gefühlte 100 Frösche machen schon Lärm.  In Kappadokien konnten wir uns dann mal richtig ausschlafen.

Am 11.05. war eigentlich alles noch ziemlich ruhig. Wir haben die Spenden ausgepackt und die ersten Leckerlies an Katzen und Hunde verteilt. Danach sind wir zur Atlasklinik gefahren.  Auf der Terrasse war Luna das kleine Pekinesenmädchen angebunden, kläffte uns an und war auch sonst nicht gerade die Freundlichste. Danach sind wir zu Nazli Kahraman gefahren. Sie betreut auch Straßentiere. Wir hatten von Tierhilfe Türkei insgesamt 8 Welpen plus deren Mama impfen lassen. Sie zeigte uns wieder eine Hündin mit Jungen. Die Hündin war total verräudet.  Özden hat ihr Tabletten und auch Frontline da gelassen.

Der nächste Tag hat bereits turbulent begonnen. Eigentlich wollten wir ins Tierheim. Dort sollten die Hunde ja auch was von den Leckerlies abbekommen bzw. das von mir mitgebrachte Dosenfutter sollte dort hin. Pläne machen kann man zwar aber ausführen ist problematisch. Özden hat einen Anruf erhalten, dass in Gümüldür ein Husky furchtbar jaulen würde und sich keiner an ihn ran traut. Wir also „schnell“ ins Auto (das hört sich einfacher an als getan). Özden muss vorher ihre sämtlichen Medikamente einpacken (sie ist Diabetikerin, hat ihre Augen operiert bekommen, mit dem Herz und nach den Pillen zu urteilen noch einige andere Krankheiten) und natürlich auch Medikamente Futter  für die Straßentiere bzw. Futterpaten. Denn, wenn wir schon unterwegs sind,  muss das alles rationell und spritsparend gemacht werden. Bis dann noch die kleinen Hündchen am Haus und die vier großen Hunde am Eingang betüdelt sind, dauert es auch noch was. Meistens halten wir dann kurz hinter der Einfahrt und überlegen, ob wir auch alles dabei haben.

Der Husky winselte wirklich Gott erbärmlich. Auf den ersten Blick hat Özden gesehen, dass er sehr räudig ist. Die Gendarmerie war auch da und der junge Mann war schon ganz verzweifelt. Also hat Özden den Husky kurzerhand ins Auto gehoben.  Ich glaube danach war Ruhe. Aber wenn wir schon mal da sind, da könnten wir ja nach einem anderen Hund schauen. Der liegt einige hundert  Meter weiter unter einem Tisch, sieht klapperdürr aus und lässt keinen an sich ran. Die Männer um den Tisch palavern rum weil der Hund, wenn man ihn schnappen will, beißt.  Ich habe ihn dann vorne abgelenkt und Özden hat in gepackt.  Die Meter zu dem Auto haben sich gezogen wie Kaugummi. Der Hund lag dann völlig fertig auf der Rückbank. Wenn da so kompetente Leute sind, kann man ja auch mal gleich die anderen Hunde zeigen, die evtl. krank sind. Wir also einem Mann mit Motorrad hinterher und sämtliche Hunde an Ketten in der Gegend angeschaut.  Außer Mangelernährung oder beginnender Räude hat Özden nichts festgestellt und dementsprechend Tipps oder Tabletten da gelassen. Etwas außerhalb des Ortes waren noch zwei Hunde auf einem Gelände. Die waren voll mit Zecken. Gut, dass wir bei  Tierhilfe Zeckenmittel gespendet bekommen hatten.  Durch die Eisenstäbe des Tors haben wir die Tiere beträufelt.

Ein paar Meter weiter zeigte man uns einen Welpen. Die Kinder waren richtig stolz auf den kleinen Kerl. Denen haben wir noch was an Futter da gelassen. Im Moment geht es ihm gut, er ist noch jung und verspielt. Hoffentlich darf er auch bleiben, wenn er älter ist. Im Wald waren auch noch zwei junge Hunde. Die waren recht scheu und dürr. Aber das Weibchen atmete wie eine Dampflok. Die hatte sicher Lungenentzündung. Obwohl wir über eine Stunde versucht haben, die beiden einzufangen hat es nicht geklappt. Özden hat dann Saadet angerufen damit die sie anfüttern kann, womit evtl. die Möglichkeit besteht sie zu fangen. Hoffentlich ist die Hündin bis dahin nicht hinüber.

In der Atlasklink wurde der klapperdürre Hund gleich an den Tropf gehängt.  Große Hoffnung machte uns Dr. Birgün nicht. Aber der Husky hat sich mit Futter und Wasser wieder einigermaßen beruhigt und die erste Spritze hatte er auch hinter sich. Als wir bereits auf dem Heimweg waren, hat sich Achmet, der Arbeiter vom Tierheim gemeldet und mitgeteilt, dass es der schwarzen Hündin, die mal acht Welpen hatte von denen nur noch zwei übrig waren, sehr schlecht geht. Wir also sofort ins Tierheim. Da lag der Rest der kleinen Familie und die Mutter konnte nicht einmal den Kopf mehr heben. Der Amtstierarzt war nicht da. Dr. Hüseyin in Izmir. Warum erlöst keiner diese armen Tiere? Eine Spritze und das Leiden hätte ein Ende. Noch Abends habe ich von Tierhilfe Türkei die Zusage bekommen, dass wir die kleine Familie nach Urla bringen dürfen und alles getan werden soll, damit sie überleben.

Am Mittwoch den 13.05. haben wir Tango zu Hüseyin in die Klinik gebracht. In der Zeit, in der Tango untersucht wurde, habe ich mich mit Luna angefreundet und schon mein Herz an die kleine Maus verloren.  Hoffentlich bekommen wir für sie eine nette Familie. (Unser Gründungsmitglied Özlem Kesici wird sie im November zu sich nach Berlin holen).  Der Weg vom Tierheim nach Urla hat sich diesmal noch mehr in die Länge gezogen. Rose, Ruby und Rudy lagen hinten. Dr. Erhan kämpfte noch einige Tage um die kleine Familie. Am 17.05. haben uns Rose und Ruby verlassen und Rudy folgte am 19.05.2015. Alle drei starben an Staupe. Die Behandlung von über 500 Euro wurde von Tierhilfe Türkei übernommen.

Donnerstag haben wir dann die Nachricht erhalten, dass es auch der klapperdürre Hund nicht geschafft hat.  Wir waren noch fix und alle von der Nacht. Da hatte es mal wieder eine Beisserei gegeben  und die attackierte Hündin lag jetzt ziemlich verletzt in einem Zwinger. Aber Özden kam nicht ran, weil die Hündin eher jemanden angefallen hätte, als sich helfen zu lassen. Sie stand wohl unter Schock.

Am Freitag sind wir dann nach Kappadokien.  Dort konnte ich ein wenig abschalten.

Am 18.05.2015 hatte uns der ganz normale Wahnsinn wieder.  Mittlerweile waren Hunde abgehauen in Payamlı. Die streiften dann nachts um das Gelände und die Hunde bellten wie verrückt. Am 19.05. fanden wir mitten in der Nacht einen Kauz mit gebrochenem Flügel den Hüseyin versuchte zu retten. Leider vergeblich. Im Tierheim war ein Samojede eingeliefert worden, der dort 10 Tage im Zwinger eingesperrt war und angeblich bissig. Den haben wir raus geholt und nach einer Untersuchung mit nach Payamli genommen.  Mit Männern hat er es nicht aber bei Frauen ist er nicht so schlimm.

Özden kann mir – Gott sei Dank – fast nichts abschlagen und wir haben die kleine Luna mit nach Payamlı genommen.  Die kleine Maus Luna hat dann – ebenso wie Bieber, Can und Elfie – in meinem Bett geschlafen und die Hunde genossen ausgiebig die Streicheleinheiten. Wir haben wieder Katzenzuwachs bekommen. Eine ganz süße kleine Maus mit einem blauen und einem braunen Auge.

Tango und der Husky durften nach Payamlı. Der gebissenen Hündin ging es besser. Hüseyin hatte in der Zeit als wir weg waren nach ihr geschaut und sie behandelt. Leider fehlte immer noch ein Hund. Ausgerechnet der, der bereits an ein holländisches Ehepaar vermittelt war. Mit Saadet und Sema konnte ich sprechen.  Bei Erol war ich und wir haben zusammen Heides Uslu beerdigt, die vergiftet worden ist.  Am Samstag sind wir noch nach Menderes um die Blutproben abzugeben, damit Lara die Setterhündin und auch Luna ausreisen können.  Die 120 Euro dafür wurden von Tierhilfe übernommen. Luna haben wir nach Urla gebracht. Sie wurde dort kastriert und der Nabelbruch operiert. Özlem hat dafür die Kosten übernommen. Mir ist es sehr schwer gefallen sie dort zu lassen. Sie hat gezittert wie Espenlaub.  Nach 4 Nächten in Geborgenheit musste sie wieder in den Käfig.

Natürlich war ich auch im Tierheim und ich habe mich gefreut, dass die großen Schüsseln, die ich vor fast 2 Jahren gekauft habe immer noch ok sind und sich die Hunde zum Abkühlen in das Wasser gelegt haben.  „Meine“ Hunde wieder gesehen habe und mit Wehmut in die Gehege bzw. Ecken geschaut, wo die immer lagen, die uns mittlerweile verlassen haben.

Wenn ich dann wieder im Flieger sitze, denke ich über all das nach und es kommt mir manchmal vor wie ein Traum, ein Alptraum der für Özden jeden Tag Realität ist.


Das ist der richtige Platz bei der Hitze

Das ist der richtige Platz bei der Hitze

Der Husky mit Räude

Der Husky mit Räude

R.I.P. kleiner Kautz

R.I.P. kleiner Kautz

Der "bissige" Samojede

Sachspenden von Özlem

Sachspenden von Özlem

Rudi - Er irrte über eine stark befahrene Straße und wurde von Heide eingefangen

Rudi – Er irrte über eine stark befahrene Straße und wurde von Heide eingefangen

Rose und ihre Welpen R.I.P.

Rose und ihre Welpen R.I.P.

Nikita - Durch Antibiotika bekam er einen Hautpilz

Nikita – Durch Antibiotika bekam er einen Hautpilz

Die kleine Luna

Die kleine Luna

Kleine Maus mit wunderschönen Augen

Kleine Maus mit wunderschönen Augen

R.I.P. namenloser Hund

R.I.P. namenloser Hund

Beerdigung von Uslu

Beerdigung von Uslu

Der von Ayşe betreute Hund. Wurde schwer verletzt und musste genäht werden. Das war ein ganz schöner Kampf bis Özden und ich ihn im Auto hatten

Der von Ayşe betreute Hund. Wurde schwer verletzt und musste genäht werden. Das war ein ganz schöner Kampf bis Özden und ich ihn im Auto hatten